DiP - Diversity Management in der Personalentwicklung

DiP - Diversity Management in der Personalentwicklung

Dienstag, den 28. Dezember 2010 um 15:50 Uhr

Klein aber strategisch: wie die etomer GmbH das Personalmanagement zu nutzen und zu lieben lernte

Stefan Kühn, Gründer der etomer GmbH, hat bei der Auftaktveranstaltung zum Bildungscoach in Dip im September 2010 mit der Aussage auf sich aufmerksam gemacht, dass er durch die personalbezogenen RKW-Projekte und durch das hier erworbene Wissen zu Personalentwicklung zum erfolgreichen und freudigen Anwender von Personalkonzepten wurde. Im Interview wollten wir gerne wissen, welche Räder die strategische Personalarbeit in der etomer GmbH in Gang gesetzt hat und welche Chancen im strategischen Nutzen von Vielfalt für das Unternehmen verborgen liegen.

Wie beschreiben Sie die Arbeit der etomer GmbH in drei Sätzen?
S. Kühn, etomer GmbH: Die etomer GmbH ist ein IT-Systemhaus: Wir bewegen uns in einem technologisch sehr komplexen Umfeld. Die Arbeit ist personell sehr intensiv, sowohl was die Anzahl der Mitarbeiter angeht als auch was das nötige Know-How betrifft. Und unsere Arbeit ist sehr spannend und immer wieder neu!

Wie groß ist Ihr Unternehmen?
S. Kühn, etomer GmbH: Die etomer GmbH setzt sich aktuell aus 23 Mitarbeitern zusammen. Unser Mitarbeiterstamm besteht aus festangestellten und freien Mitarbeitern. Aber das Unternehmenswachstum setzt sich fort, wir rechnen 2011 damit, die 30er-Marke zu knacken. Doch wir setzen auf moderates Wachstum! Im Zuge der Unternehmensentwicklung sind wir jetzt auch umgezogen, von einem Großraumbüro im Norden Berlins in eine Büroetage in Lichterfelde. Hier können wir aufgrund der größeren Fläche und besseren Aufteilung der Räume bei gestiegener Mitarbeiterzahl einerseits kreativer und konzentrierter arbeiten und andererseits für und mit unseren Kunden Workshops und Meetings durchführen. Das wird die Produktivität und Kreativität steigern.

Auf welchen geographischen Märkten ist etomer aktiv?
S. Kühn, etomer GmbH: Wir sind am Berliner Markt gestartet, sind dann schnell in die neuen Bundesländer expandiert und führen nun auch Projekte in Mittel- und Norddeutschland und an Knotenpunkten wie Frankfurt a.M. oder London durch. Diesen internationalen Aspekt wollen wir zukünftig strategisch ausbauen. Mit unseren gewachsenen Strukturen sind wir mittlerweile geographisch sehr flexibel.

Ihr Unternehmen hat 2008-09 am RKW-Projekt „Personalentwicklung mit System" (PEsystem) teilgenommen. Was waren Ihre Haupterfolge in diesem Projekt?
S. Kühn, etomer GmbH: Ein Erfolg für unser Unternehmen ist die im Projekt erworbene Kompetenz, Personalentwicklung strategisch zu implementieren. Die operative Umsetzung findet jedoch langfristig statt. Wir haben einen bewussten Umgang mit dem Thema Personal angenommen und vor allem auch die nötigen Methoden erlernt, so dass wir nun Antworten auf Fragen haben, bevor diese auftreten. Dank einer klaren Personalstrategie ist uns der Bedarf in den kommenden Jahren bekannt und wir konnten hier konkrete, zu den Unternehmenszielen passende Personalentwicklungsziele für uns definieren. Unsere Erkenntnis ist: man kann gar nicht früh genug mit der strategischen Entwicklung der Mitarbeiter beginnen, selbst als kleines Unternehmen.

Welche Auswirkung hatte der Bildungscoaching-Lehrgang für etomer?
S. Kühn, etomer GmbH: Zu Beginn der Bildungscoach-Ausbildung war mir das Thema Personal als technischer Geschäftsführer fremd – und heute beschäftige ich mich gerne damit! Dank der vermittelten Methodenkompetenz macht mir die Personalentwicklung jetzt Spaß, da ich damit Erfolge erzielen kann. Anfangs war Personalmanagement für uns eher ein Konstrukt, nun können wir die ersten Früchte der strategischen Auseinandersetzung ernten. Aber der Effekt des Bildungscoaches wird sich bei etomer noch in der kommenden Zeit gänzlich ausrollen.

Als was verstehen Sie den Bildungscoach bei etomer?
S. Kühn, etomer GmbH: Der Bildungscoach ist bei uns sehr strategisch ausgerichtet. Ich habe die Ausbildung 2008/09 wahrgenommen und habe jetzt neben der Geschäftsführungsrolle auch die Rolle des Bildungscoaches inne. So kann ich natürlich an manchen Stellen mehr bewegen als mancher Bildungscoach, der vielleicht keine leitende Position hat.

Welche Aufgaben oder Veränderungen haben sich aus dem Bico-Lehrgang für etomer ergeben?
S. Kühn, etomer GmbH: Wir gehen jetzt viel bewusster mit einigen Themen um: für die Mitarbeiterauswahl haben wir definiert, welche Qualifikationen wir im Team brauchen und gehen mit diesem Wissen in den Auswahlprozess. Mit der Ausweitung auf internationale Märkte stellt sich für uns natürlich das Thema der kulturellen Unterschiede, das ja u.a. im Projekt DiP im Fokus steht. Wir haben außerdem Mitarbeiter-Verantwortlichkeiten eingeführt, die wir zuvor nicht festgeschrieben hatten. Aufgrund des Fachkräftemangels, den wir ganz klar in unserer Branche spüren, werden wir in Zukunft planmäßig mit BA-Studenten zusammenarbeiten. In diesem Zuge stellt sich uns dann auch das Thema der Altersunterschiede als Personalthema, denn wir haben mit den Gruppen 20- bis 30-Jähriger, 40-Jähriger und Älterer auch unterschiedliche Generationen mit unterschiedlichen Bedürfnissen unter einem Dach.

Weshalb haben Sie sich für die Teilnahme in DiP entschieden?
S. Kühn, etomer GmbH: Trotz des doch recht hohen Zeitaufwandes haben wir uns für eine Fortführung der begonnenen Arbeit (PEsystem) entschieden, da sich, wie bereits erwähnt, alle drei Dimensionen von DiP bei etomer wiederfinden: die Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern (wir bestehen derzeit nur aus Männern), verschiedene Altersgruppen und unterschiedliche kulturelle Hintergründe. Wir schätzen an DiP sehr, dass es mit den Netzwerk-Workshops wiederkehrende Gelegenheiten zum Austausch bietet. Und die kontinuierliche Zusammenarbeit mit unserer Unternehmensberaterin lohnt sich für uns auch sehr – wir wollen sie gar nicht wieder hergeben!

Welche Ziele wollen Sie mit DiP erreichen?
S. Kühn, etomer GmbH: Die Personalgewinnung ist für uns ein hochaktuelles Thema, das wir uns im Rahmen von DiP weiter erschließen wollen. Dazu gehört an erster Stelle die Dimension der Kulturunterschiede. Außerdem wollen wir die eingeführten Mitarbeitergespräche weiter professionalisieren und das Thema Karrierepfade bei etomer institutionalisieren. Wir sind bemüht, das fortschreitende Wachstum moderat zu halten und an unseren ethischen Grundsätzen auszurichten. Ich persönlich freue mich auch schon sehr darauf, die „neuen" Bildungscoache, die in DiP ausgebildet werden, kennenzulernen und mit ihnen in einen Erfahrungsaustausch zu treten.

 

Wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen noch viel Erfolg bei der weiteren Umsetzung von DiP!