Mittwoch, den 03. August 2011 um 07:42 Uhr
Langzeitstudie belegt: Zufriedenheit der Arbeitnehmer(innen) in Deutschland gesunken
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland seien über die vergangenen 25 Jahre unzufriedener geworden, teilte das Institut für Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen mit. Die Ursachen sehen die Wissenschaftler in größerer Arbeitsbelastung, Problemen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geringen Lohnsteigerungen und beruflicher Unsicherheit. Die befragten Arbeitnehmer(innen) konnten ihre Zufriedenheit auf einer Skala von 1 ("ganz und gar unzufrieden") bis 10 ("ganz und gar zufrieden") angeben. Während im Jahr 1984 die Arbeitnehmer ihre Situation durchschnittlich mit 7,6 Punkten bewerteten, sank die Note bis zum Jahr 2009 auf den Wert 6,8. Die Grundlage für die Untersuchung bildeten Daten aus der repräsentativen Befragung des Sozio-ökonomischen Panels zwischen 1984 und 2009, worin jährlich rund 11.000 Haushalte in Deutschland befragt werden.
Besonders ältere Beschäftigte sind mit der Arbeitsplatzsituation unzufrieden. Auffällig ist, dass sich bei den älteren Arbeitnehmer(inne)n über 50 Jahren die Einschätzung komplett gedreht hat: Mitte der 80er Jahre verzeichnete sie demnach mit 7,9 Punkten die höchsten Zufriedenheitswerte aller Altersgruppen. 2009 lag sie mit 6,6 Punkten sogar unter dem Durchschnitt.
Menschen mit einer höheren Bildung waren laut der Studie mit ihrer Arbeitssituation generell glücklicher als Beschäftigte mit niedrigen Bildungsabschlüssen. Und während ostdeutsche Arbeitnehmer(innen) lange unzufriedener waren als ihre westdeutschen Kolleg(inn)en, glichen sich diese Unterschiede in den vergangenen Jahren an. Der langfristige Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszufriedenheit ist den Forschern zufolge weitgehend unabhängig von der Betriebsgröße. Jedoch seien Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern zufriedener mit ihrer Arbeitssituation als Beschäftigte in mittleren und kleineren Betrieben.
Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland in der Studie weit hinten auf Rang 18 - nur in den ehemaligen Ostblock-Staaten Slowakei, Ukraine, Bulgarien und Russland seien die Arbeitnehmer(innen) demnach noch unzufriedener. Am zufriedensten sind der Studie zufolge mit 7,8 Punkten die Beschäftigten in Dänemark. Auf den Plätzen zwei bis vier rangieren demnach die Schweiz, Finnland und Österreich.
Aus: http://www.tagesschau.de



